Deutschlands CO2 Fußabdruck – was wir als Privatpersonen bewirken können

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Klimagase, CO2 Äquivalent und pro Kopf Emissonen

Der Klimawandel ist inzwischen nicht mehr zu ignorieren. Doch wenn man denkt, dass hauptsächlich die großen Firmen, Umweltverschmutzer und Politiker dafür zuständig sind, dann trifft das nur zum Teil zu. Im Durschnitt ist nämlich jeder Deutsche für den Ausstoß von 9 Tonnen CO2 pro Jahr verantwortlich.

Was? Ja, richtig gelesen: jeder in Deutschland trägt wesentlich zum Klimawandel bei!

Mit jeder Handlung, jeder Aktivität, sind wir verantwortlich für Emissionen. Jedes Mal, wenn wir in unser Auto steigen, die Heizung aufdrehen, das Handy benutzen oder irgendetwas essen, trägt das dazu bei, dass Treibhausgase ausgestoßen werden. Doch was bedeutet das? Und woher kommen diese Emissionen überhaupt?

Insgesamt wurden im Jahr 2018 laut dem Umweltbundesamtin Deutschland 868,7 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt. Die gute Nachricht: das sind 4,5% weniger als im Vorjahr. Denn die Freisetzung von Kohlendioxid ist der Hauptverursacher des Klimawandels und entsteht überall dort, wo kohlenstoffhaltige Energieträger verbrannt werden, also zum Beispiel bei der Verbrennung Kohle, Öl und Gas zur Stromerzeugung. Aber auch durch die Nutzung von Autos, Flugzeugen und anderen Transportmitteln werden große Mengen and CO2 freigesetzt. Allerdings ist Kohlendioxid nicht das einzige Klimagas. Sehr viel schädlicher ist zum Beispiel Methan, welches durch den Verdauungsvorgang bei Widerkäuern wie Kühen und Schafen ausgestoßen wird. Auch Lachgas, das vor allem beim Einsatz von Stickstoffdünger freigesetzt wird, hat eine sehr negative Wirkung auf das Klima. Insgesamt ist Kohlendioxid aber das bedeutendste Treibhausgas. 2017 betrug dessen Anteil an den gesamten Treibhausgas-Emissionen 88,0 %.

Um die Wirkung dieser verschiedenen Gase vergleichbar zu machen, wird das sogenannte „CO2-Äquivalent“ verwendet. Dieser Index drückt die Erwärmungswirkung einer bestimmten Menge eines Treibhausgases über einen festgelegten Zeitraum im Vergleich zu derjenigen von CO2 aus.So Methan beispielsweise eine 28x größere Klimawirkung wie CO2, Lachgas gleiche eine 300x größere.

Haushalte und Privatpersonen tragen sowohl direkt als auch indirekt zum Ausstoß von Treibhausgasen bei. Direkt zum Beispiel durch den unmittelbaren Energieverbrauch bei Aktivitäten, wie zum Beispiel beim Fliegen, Autofahren oder Heizen. Indirekt durch die Klimagase, welche für die Herstellung und den Transport von Konsumgütern freigesetzt werden.

Im internationalen Vergleich

Beim weltweiten Vergleich der pro Kopf Emissionen von Treibhausgasen stellt man fest, dass die reichen Industrienationen an der Spitze liegen. In Entwicklungsländern dagegen ist der Emissionsausstoß pro Einwohner sehr gering.

Ein paar Zahlen zum internationalen Vergleich: Der Weltweite Durchschnitt liegt bei 4,8 Tonnen, Katar ist mit rund  30Tonnen CO2 pro Kopf der absolute Spitzenreiter. Deutschland liegt auf dem 11.Platz. Eines der Schlusslichter ist Sambia mit nur rund 0,2 Tonnen pro Kopf.

Dabei muss man bedenken, dass gerade diese Entwicklungsländer, welche am wenigsten zum Klimawandel beitragen, am Ende mit den schlimmsten Auswirkungen zu rechnen haben. Hungersnöte durch Dürren, Überschwemmungen durch Starkregen und ansteigenden Meeresspiegel, Verwüstungen durch Stürme – all das werden Länder im globalen Süden wesentlich heftiger zu spüren bekommen als etwa Deutschland und andere europäische Länder.

Doch woher kommen diese Emissionen?

Das neueste Smartphone, Laptops, Fernseher, Fast-Fashion und das coolste Auto – immer mehr Güter und Dienstleistungen werden produziert und in Anspruch genommen. Doch durch alle Konsumaktivitäten  beanspruchen Privathaushalte die Umweltressourcen und tragen zum Ausstoß von Emissionen bei – direkt und indirekt.

Zwar wird die Effizienz von Gütern immer weiter verbessert, doch der Wohlstand der Bevölkerung  steigt in Deutschland an, und technische Geräte werden immer mehr genutzt. Im Transportbereich geht der Trend zu leistungsstärkeren Autos, außerdem nimmt der Verkehr zu. Auch der hohe Fleischkonsum der Deutschen ist ein entscheidender Faktor für den anhaltend hohen Energie- und CO2-Bedarf.

Der Transportsektor

Der Verkehr ist neben den Bereichen Energie, Industrie, Gebäude und Landwirtschaft einer der Bereiche mit dem größten CO2- Einsparungspotenzial.

Schon in den letzten Jahren ist die Effizienz bei Fahrzeugen in allen Bereichen gestiegen. Trotz stark zunehmendem Verkehr und größeren, leistungsstärkeren Fahrzeugen blieben die Emissionen seit 1990 nahezu konstant. Das heißt aber auch, dass der Sektor meilenweit von den nationalen Klimavorgaben entfernt ist: in 2030 40% weniger CO2 zu emittieren als im Jahr 1990. Zudem ist  der durschnittliche CO2 – Ausstoß der in Deutschland neu verkauften Pkws im europaweiten Vergleichmit am höchsten.

Gerade hier könnte aber jeder einzelne seinen Beitrag leisten. Mehr zu Fuß gehen, das Rad nehmen, oder doch mal mit dem Bus oder mit der Bahn fahren – das sind nur einige Beispiele. Denn das übliche Mobilitätsverhalten  trägt wesentlich zu den immer noch hohen Emissionen im Transportsektor bei: 2000 bis 3000Kilogramm CO2 wird in einem Jahr pro Person bei durchschnittlicher Fahrzeuggröße und Kilometerleistung in die Luft geblasen. 

Doch dazu später mehr.

Um die Emissionen im Straßenverkehr zu vermindern, müsste auch der Anteil an Elektrofahrzeugensignifikant ansteigen. Denn diese sind nicht nur besonders energieeffiziet, sondern ermöglichen auch die Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien. Zusätzlich wird der Ausstoß von gesundheitsschädlichen Schadstoffen vermieden. Bis Ende 2018 waren in Deutschland 200.000E-Fahrzeuge angemeldet, Trend steigend. Trotzdem ist es noch ein langer Weg, bis die E-Autos die Mehrheit der Farhzeuge auf den Straßen ausmachen.

Auswirkungen des Kimawandels

Die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels werden die Länder im globalen Süden zu spüren bekommen. Bereits jetzt schmelzen Getscher ab, was die Süßwasserversorgung in vielen Ländern gefährdet. Starkregen und Dürren treten immer häufiger auf, die Versorgung mit Nahrungsmitteln wird knapp. Einer Studie der Weltbankzeigt, dass bis zum Jahr 2030 bis zu 100 Millionen Menschen mehr von Hunger bedroht sein können!  Und wenn wir denken, das betrifft uns nicht – doch! Wenn auch indirekt, aber all diese Dinge können zum Beispiel dazu führen, dass mehr Menschein fliehen müssen, weil sie ihre Lebensgrundlage verlieren. Außerdem wird durch Wasser – und Nahrungsknappheit auch die Gefahr von Konflikten verschärft. 

Und auch dirket in Deutschland wird der Klimawandel Auswirkungenzeigen: In Bayern zum Beispiel wird der Klimawandel zu weiter abnehmenden Niederschlägen und steigenden Temperaturen im Sommer führen, was dann zu einer weiteren Beschränkung der Wasserressourcen führt. Insbesondere die Wasser-, Land- und Forstwirtschaft werden unter diesen Veränderungen leiden. Stark vom Klimawandel betroffen sind auch die Alpen. Ein Anstieg der Temperatur führt hier extremen Auswirkungen auf die biologische Vielfalt, die Wasserwirtschaft, das Bauwesen, den Verkehr, Tourismus sowie Industrie und Gewerbe. Wo soll man Skifahren, wenn es keinen Schnee mehr gibt?  Im Norden Deutschlands wird auch Schleswig Holstein die Folgen des Klimawandels deutlich zu spüren bekommen. Denn im   letzten Jahrhundert stieg der mittlere Meeresspiegel an der Nordseeküste um etwa 18 cm an. Auch die Sturmflutwasserstände an der deutschen Nordseeküste nahmen insbesondere in der zweiten Jahrhundert-Hälfte deutlich zu.

Und jetzt?

Doch zu den guten Nachrichten: wir können alle etwas dagegen tun! Denn das Erreichen der Klimaschutzziele ist nicht allein Aufgabe der Politik, sondern eine Aufgabe, an der sich jeder einzelne beteiligen kann – und muss. Und tatsächlich sind Maßnahmen, die den CO2-Ausstoß mindern, nicht nur gut für das Klima. Sie führen häufig auch zu Kosteneinsparungen, mehr Komfort oder sogar zu besserer Gesundheit.

Auch Kleinigkeiten summieren sich: Wer im Winter zum Beispiel seine Heizung nur um ein °C herunterdreht, spart etwa sechs Prozent der Heizenergie. Lichter ausschalten, Geräte nicht auf Stand -by lassen, und kurze Strecken zu Fuß gehen – das alles spart Kosten. Und auch wenn es auf den ersten Blick nicht viel erscheinen mag – Kleinvieh macht auch Mist!

Sogar bei der Ernährung kann man durch etwas Sorgfalt einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Insgesamt sind pflanzliche Produkte weitaus klimaschonender als tierische. Doch man muss nicht komplett auf Fleich und Milchprodukte verzichten: regional und saisonal einkaufen, den Fleichschkonsum verringern und vermeiden, dass Lebensmittel im Müll landen – das hilft schon einiges!

Auch sind Bio Produktein den allermeisten Fällen besser für’s Klima: so beträgt der Klimavorteil von Bio- Eiern gegenüber konventionellen Eiern rund 20%. Ein Kilogramm Eier aus ökologischer Landwirtschaft verursachen rund 1.550 Gramm CO2 – bei der üblichen Hühnerhaltung sind es mehr als 1.800 Gramm.

Im Verkehr

Einen sehr großen Beitrag kann man allerdings im Verkehr und mit der Wahl der Transportmittel leisten:

Für kurze Strecken einfach mal das Auto stehen lassen und zu Fuß gehen oder Rad fahren: ist nicht nur gut für’s Klima, sonder spart Geld und ist gut für die Gesundheit. Spart man sich daduuch den Besuch im Fitnessstudio, spart man sogar doppelt Geld! Auch mal den Bus nutzen oder mit dem Zug fahren spart Emissionen ein. Flüge vermeiden, wo immer es geht: gerade bei Inlandsflügen gibt es als Alternative die Bahn, aber auch Reisebusse sind wesentlich umweltfreundlicher als das Flugzeugund zudem auch günstiger.

Wer nicht auf’s Auto verzichten kann, kann Fahrgemeinschaften nutzen. Und auch durch das Fahrverhalten kann man etwas beitragen: nicht rasen, den Motor abstellen, niedrigtourig fahren und bergab vom Gas gehen – das alles trägt zur Klimaschonung bei. Gibt es dennoch Emissionen, welche sich einfach nicht vermeiden lassen, kann man diese zum Beispiel mit diesem Angebot kompensieren und sein Auto unsichtbar machen. Denn durch die Unterstützung von Projekten zum Beispiel im Bereich Wiederaufforstung wird dazu beigetragen, dass die Emissionen, für welche man verantwortlich ist, an anderer Stelle eingespart oder vermieden werden können!