Die Zerstörung des Amazonas und warum Klimaschutz so wichtig ist

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Tausende von Feuern brannten und brennen derzeit in Brasilien, viele davon im größten Regenwald der Welt, dem Amazonas. Der Amazonas beherbergt nicht nur unzählige Tier- und Pflanzenarten, sondern auch das größte Flusssystem der Welt und eine kulturelle und biologische Vielfalt, in der alles eng miteinandervernetzt ist. Die Pflanzen- und Tierwelt des Waldes birgt noch unentdeckte Heilmittel für Krankheiten und prägt außerdem das Klima unserer Welt. Die derzeitigen Brände haben deshalb nicht nur lokale, sondern auch regionale und globale Folgen vermutlich katastrophalen Ausmaßes.

Wälder erfüllen zwei wichtige Klimafunktionen

Zum einen sind sie ein gigantischer Kohlenstoffspeicher und speichern etwa die Hälfte des auf der Erde gebundenen Kohlenstoffs. Besonders tropische Regenwälder sind dabei von Bedeutung. Brennen diese Wälder ab oder werden abgeholzt, so wird dieser Kohlenstoff als Kohlendioxid (CO2) freigesetzt.

Zudem anderen steuern Wälder Wasserkreisläufe und nehmen somit Einfluss auf das Wetter. Vereinfacht gesagt, zusammenhängende Waldflächen funktionieren wie riesige Klimaanlagen. Die Bäume emittieren Feuchtigkeit, welche durch Kondensation Wolken bildet. Das hat einen kühlenden Effekt hat auf die darunter liegenden Landmassen. Zusätzlich wird diese Feuchtigkeit aus den heißen, äquatorialen Gegenden durch Winde in trockenere Gebiete transportiert und regnet dort ab. So wird zum Beispiel Landwirtschaft in anderen Teilen Brasiliens überhaupt erst möglich.

Großer Waldverlust, wie er momentan passiert, hat so maßgeblich negativen Einfluss auf den Klimawandel.

Insgesamt stammen ungefähr 13 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen aus der Vernichtung von Wäldern.

Doch auch wenn momentan alle Augen auf Brasilien gerichtet sind, sind auch andere Teile der Welt stark von Waldbränden betroffen. Auch in Afrika und Asien brennen Regenwälder. Viele dieser Brände sind vom Menschen gelegt, andere durch den Klimawandel begünstigt.

Der Klimawandel wird zum überwiegenden Teil durch Kohlendioxid, also CO2, verursacht. Wälder speichern diesen Kohlenstoff – im Holz und im Boden und können so auch dazu beitragen, einen Teil des CO2 aus der Atmosphäre zu entfernen und langfristig zu speichern. Gelingt es nicht, die steigende Erwärmung zu begrenzen, wird das weltweit negative Konsequenzen haben. Es entsteht ein Teufelskreis, da die durch den Klimawandel begünstigten Feuer den Klimawandel weiter anheizen. Wird der Klimawandel weiter voranschreiten, wird das zum weiteren Absterben des Waldes führen, nicht nur durch Feuer, sondern durch ein allgemein verändertes Klima. Dies hätte die Umwandlung des Regenwaldes in savannenähnliche Vegetationsformen zur Folge.

Die Wälder des Amazonas waren ursprünglich sehr feuerresistent und fingen schätzungsweise nur alle paar hundert Jahre einmal Feuer. Durch den Eingriff des Menschen in das Ökosystem des Waldes hat sich der zeitliche Abstand dieser Feuer nun deutlich verringert. Die kann dazu führen, dass ein sogenannter ‚Tipping Point‘ erreicht wird und regelmäßige Brände unvermeidbar werden. Der Teufelskreis verstärkt sich weiter und endet schließlich in einer Abwärtsspirale, die kaum mehr aufzuhalten sein wird.

Fakt ist, wir müssen handeln, und zwar jetzt.

An vielen Orten kann man den Klimawandel bereits beobachten, wie zum Beispiel durch die Zunahme von Dürren und daraus entstehende Nahrungsmittelknappheit durch Ernteausfälle. Trinkwasserknappheit, häufige Überflutungen, die Ausbreitung von Schädlingen und Krankheiten durch eine Verschiebung der Temperaturzonen, das Abschmelzen von Gletschern und allgemein die weltweit ansteigende Zahl von Extremwetterereignissen sind nur einige weitere Auswirkungen des Klimawandels.

Geht der dieser ungebremst weiter, kommt es zu einem starken Anstieg des Meeresspiegels und einer Zerstörung des Lebensraums von Millionen von Menschen. Völkerwanderungen und Klimaflüchtlinge werden zur Normalität werden. Unzählige Tier – und Pflanzenarten werden aussterben, das bekannteste Beispiel hierfür ist vermutlich der Eisbär.

Viele der Fortschritte und Entwicklungen der letzten Jahre würden zunichte gemacht werden und durch Wasser – und Nahrungsknappheit würden neue Konflikte entstehen.

Wir müssen also unseren aktiven Beitrag zum Klimaschutz und zur Erhaltung des Amazonas und anderer Wälder beitragen. Denn es ist möglich, Wälder nachhaltig zu nutzen und trotzdem ihre Fähigkeit zur Kohlenstoffspeicherung zu erhalten. Wird nur so viel aus dem Wald entnommen, wie nachwachsen kann, werden die negativen Auswirkungen drastisch verringert. Indem wir Holz und Papierprodukte aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern kaufen, zum Beispiel durch das FSC-Siegel zertifiziert, oder auf Produkte mit Palmöl verzichten, leisten wir indirekt einen Beitrag zum Schutz der Wälder und somit zum Klimaschutz. Auch der Verzicht auf Fleisch, vor allem aus Massentierhaltung, sollte in seiner Wirkung nicht unterschätzt werden, denn landwirtschaftliche Nutzung ist die Hauptursache für die Abholzung des Waldes.